Armenien

Oktober 2019 – Nachdem wir die 10.000 km in Georgien gebührend gefeiert hatten, ging es am nächsten Morgen über die Grenze nach Armenien. Auch hier hatten wir überhaupt keine Probleme, ins Land einzureisen, und das erste Mal hat sich ein kleiner, dicker Zollbeamter in unser Auto gequält. Wir hatten nur Angst, dass er beim Aussteigen kopfüber rauspurzelt und wir dann doch alles ausräumen müssen, aber es ging nochmal gut!

In Armenien angekommen, waren wir von der guten Qualität der Straße überrascht (eine Begeisterung, die sich nach Abbiegen auf die Seitenstraßen rapide legte: Hier ist jede Straße ein Kamelritt, gepaart mit Schlaglöcherschikanen). Und der Herbst empfing uns mit ganzer Pracht.

Herbststimmung in Armenien

Eigentlich hatten wir vor, direkt zum Sewansee zu fahren für die Nacht. Am Straßenrand erblickten wir jedoch plötzlich ein vertrautes blaues Reisemobil – Andrea und Achim waren einige Tage vor uns nach Armenien eingereist. Nach freudiger Begrüßung beschlossen wir, gemeinsam nach Dilijan weiterzufahren und das Haghartsin Kloster zu besichtigen. Armenien ist ein Land der Kirchen: Als erstes Land der Welt erhob Armenien im Jahr 301 das Christentum zur Staatsreligion. Nach der Besichtigung machten wir noch eine kleine Wanderung an einen nahen Wasserfall.

Haghartsin Monastery

Unser nächstes gemeinsames Ziel war dann der Sewansee. Doppelt so groß wie der Bodensee, auf 1900 Metern gelegen, ist er der größte Süßwassersee im Kaukasus und einer der am höchsten gelegenen Seen der Welt. Hier trafen wir auch Maren und Mathias im gelben Steyr wieder und verbrachten einen schönen Abend am Lagerfeuer.

Der Sewansee – sieht ein bisschen aus wie in Norwegen

Unglücklicherweise hatten Olaf und ich uns im furchtbaren Tbilisi Yard Hostel in Tiflis einen fiesen Infekt eingefangen und waren ab dem nächsten Tag für eine gute Woche lahmgelegt. Zum Glück waren wir sowieso auf dem Weg nacht Goght zum fabelhaften Camping 3Gs: Auch ohne einen Vergleich zu haben, garantiert der beste Campingplatz in Armenien! Hier trafen wir auch wieder auf Corinna, Arne und ihre zwei Kids im Allrad Sprinter und Sabine und Alex im Landrover, die wir schon in Tiflis getroffen hatten. Statt drei Nächten blieben wir vier und hatten eine richtig gute Zeit miteinander mit Grillorgien, gigantischen Forellen, Spaghetti Bolognese und viel Spaß!

Wieder etwas auf den Beinen fuhren wir weiter nach Yerewan, die Hauptstadt Armeniens. Wir mussten zur indischen Botschaft, um unser Sechsmonatsvisum zu beantragen – leider erfolglos, da wir mit dem Auto einreisen und dies im letzten Land beantragen müssen, das wir durchqueren. Also haben wir das zweifelhafte Vergnügen, in Teheran auf die indische Botschaft zu gehen …

Die Stadt hingegen ist wirklich schön! Großzügige Plätze und Parkanlagen, viel Kunst überall und Cafes an jeder Ecke. Die Yerewan Kaskade ist ein gigantischer Treppenbau und beherbergt das Museum für zeitgenössische Kunst, auf dem Flohmarkt haben wir die Bekanntschaft eines reizenden alten Englischlehrers gemacht, der uns Gedichte auf armenisch rezitierte und uns gar nicht wieder gehen lassen wollte.

Abends gab es leckeren Hühnchen Kebab in einem armenischen Grill ums Eck unseres Stellplatzes, auf dem wir auch den gelben Steyr wiedergetroffen haben. Ein schöner letzter Abend, bevor sich unsere Wege endgültig trennten.

Zurück im 3Gs, nehmen wir endlich unsere neue Standheizung in Empfang: „Die Ausreiser“ Karin und Manfred waren auf Heimurlaub in Deutschland und brachten uns im Flugzeug eine Heizung mit. Eine unglaubliche Hilfe, und das, ohne dass wir uns jemals zuvor begegnet waren! Ein riesengroßes Dankeschön für diesen Riesengefallen!! Auch Paulchen reiste wieder an, sodass wir auch hier einen schönen letzten Abend hatten, bevor wir uns in verschiedene Richtungen weiter auf die Reise begeben.

Khor Virap Kloster vorm Ararat

Bild 1 von 23

Die letzte Station waren die Wings of Tatev: Die beeindruckende Seilbahn führt auf knapp 6 km über die Worotan-Schlucht zum schönen Kloster Tatev. Danach genossen wir am Flusscamp die letzte Flasche Wein vor dem Iran.

Letzter Abend am Fluss
Wings of Tatev
Schwebend über die Worotan Schlucht
Das Kloster
Wenn man was angestellt hat …
Kloster Tatev
Noch einmal auf 2.500 Meter hoch geht der Weg

Ein Gedanke zu „Armenien

  1. Hallo ihr Lieben, den Gefallen haben wir doch gerne für euch getan und umso schöner, wenn man dabei so nette Leute kennen lernt 😊, wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen im Iran, herzliche Grüße von den Ausreisern
    Karin und Manfred

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