Iran – von Kashahn über die Dasht-e Kavir nach Isfahan

Oktober 2019 – Der nächste Tag führt uns nach Kashan. hier besuchten wir die beeindruckenden historischen Häuser Khan-e Tabatabei, Khan-e Borujerdi und den 500 Jahre alten Hamam-e Sultan Mir Ahmad. Die Iraner lieben es, gemeinsame Fotos zu schießen und so kam es zu einer Reihe lustiger Begegnungen – wir fangen an, uns wie Promis zu fühlen! Von einem Iraner werden wir auf Deutsch angesprochen und zum Mittag essen eingeladen: Er führt einen Stahlhandel und wohnt abwechselnd in Offenbach und in Teheran. Eine interessante Begegnung, die auch den Blickwinkel auf die politische Lage weiter schärft.

Hamam-e Sultan Mir Ahmad
Hamam-e Sultan Mir Ahmad
Historisches Haus
Khan-e Borujerdi
Khan-e Borujerdi
Jahrhundertealte Webtechnik

Der Weg zur Maranjab Karawanserei gestaltete sich zuerst etwas schwierig – zuerst steckte wieder ein kleiner Stein zwischen der Bremse, das hieß Reifen ab, danach sind wir fast im Schlamm steckengeblieben, aber als wir mit der Hilfe eines Einheimischen die geheime (fahrbare) Straße zur Umgeung des Checkpunktes gefunden hatten, kam passend auch die Sonne hinter den Wolken hervor. In der Karawanserei wurden wir von einer Gruppe Tourguides und ihren Freundinnen eingeladen, die Nacht in einem der Zimmer zu schlafen und mit ihnen nachts in die Wüste zu fahren. Mit der Gruppe ergeben sich interessante Gespräche über die aktuelle Situation im Land und die Sichtweise der jungen Leute – sie alle leiden unter den Repressionen durch ihre Regierung, können aber wenig tun, um etwas daran zu ändern. Gerade die Frauen beugen die Vorschriften so weit es geht. Die Menschen im Iran sind viel moderner als in anderen islamischen Ländern, wo keine Gesetze ihnen so streng vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben. Unter den Sternen der Milchstraße gab es Feuer und köstliches Essen, und die Verabschiedung am nächten Tag ist sehr herzlich. Ein tolles Erlebnis und großartige Begegnung!

Schon wieder ein Stein zwischen der Bremse.
Wenns in der Wüste regnet, bleibt man besser auf der Straße!
Salzlaster auf dem Weg vom Salzsee
Geschafft, wir sind drin!
Maranjab Karawanserei
Nachts im Wüstencamp
Danke für den tollen Abend!
Selfies am Salzsee

Weiter führte unser Weg nach Isfahan. Die drittgrößte Stadt im Iran gilt als kulturelles Zentrum und weist viele beindruckende persische Bauwerke auf. Wir erreichen die Stadt mitten zwischen zwei hohen Feiertagen und ergattern gerade noch ein Hotelzimmer. Leider gibt es nur eine Tiefgarage, aber Oscar kann direkt vor dem Eingang parken. Er erlangt in den zwei Tagen Berühmtheit und wird zum beliebten Fotomotiv. Am ersten Tag beschließen wir spätnachmittags, noch zum Naksch-e Dschahan Platz zu gehen. Er gehört mit fast 9.000 qm Fläche zu den größten Plätzen der Welt, und ist einfach nur traumhaft schön. Abends tummeln sich die Menschen, Pferdekutschen fahren im Kreis, die Shah Moschee, Scheich Lotfalla Moschee und Ali Qapu thronen an den Seiten, die zweistöckigen Arkaden beherbergen den Bazar. Wir sind genau zur blauen Stunde dort und können auf der Terrasse eines Cafes ein paar Fotos schießen. Hier kommen wir mit drei jungen Englsichlehrern ins Gespräch, die uns einladen, mit ihnen in ein bekanntes Cafe zu gehen. Dies ist vollgestopft mit unzähligen, teils völlig absurden Antiquitäten und ein beliebter Touristenort. Nach einem sehr netten Abend wandern wir wieder zurück in unser Hotel und haben erstaunliche 11 km zurückgelegt!

Der große Naksch-e Dschahan Platz zur blauen Stunde
Ein Café wie eine Filmkulisse
Im Basar
Kunsthandwerk

Am nächsten Tag schauen wir uns die historischen Brücken an und treffen auf der Straße auf Ali, der uns auf seinem Motorrad mitnimmt bis zum großen Platz. Er lernt seit 1,5 Jahren Deutsch und will bald den Test absolvieren, um in Bingen seinen Master in Elektrotechnik zu machen. Gemeinsam besuchen wir die unglaublich schöne Königsmoschee und verabschieden uns danach zu einem späten Mittagessen.

Die historischen Brücken
Vank Cathedral
Die Volleyballmannschaft aus Sirjan ist im selben Hotel wie wir abgestiegen und wir können ein Selfie erbeuten 🙂
Shah Moschee

Danach wandern wir nur noch in Ruhe durch verschiedene Parks Richtung Hotel und machen uns am nächsten Tag zeitig auf Richtung Varzaneh, wo wir eine Nacht in den Dünen verbringen wollen. Nach dem Trubel der Stadt, unzähligen Selfies und der immer wieder gerne beantworteten Frage „Where do you come from“ freuen wir uns auf eine ruhige, einsame Nacht. Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Yazd zu einer verlassenen Karawanserei, hier treffen wir auf Silvie und Lars aus Frankfurt, die mit ihrem senfgelben Landcruiser unterwegs sind. Am Feuer verbringen wir einen entspannten Abend unter einem gigantischen Sternenhimmel.

Auf dem Weg zu den Dünen bei Varzaneh
Sand? Für Oscar kein Problem!
Kamele haben hier Vorfahrt
Eine verlassene Karawanserei – ganz für uns alleine

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