Albanien

August 2019 – Albanien war eigentlich gar nicht auf unserer Route vorgesehen, aber nachdem uns jeder erzählt hat, wie toll es dort für 4×4 Offroad Abenteuer ist als “letztes wildes Land in Europa”, mussten wir uns das natürlich selbst anschauen. Ob es wirklich das letzte wilde Land ist, sei mal dahingestellt, aber ein absolut lohnenswertes Reiseziel allemal!

Von Montenegro sind wir im Norden eingereist und wollten zuerst nach Teth. Corinna und Moritz mit ihrem L1H1, die wir in Montenegro bei einer lustigen Raftig Tour kennengelernt hatten, begegneten uns auf der Serpentinenstraße und erzählten, dass genau an diesem Wochenende ein albanisches Musikfestival dort oben stattfindet und Busladungen den Berg hinauf gekarrt wurden. Kurzerhand haben wir das auf den nächsten Besuch verschoben und sind gemeinsam zum Koman Stausee gefahren und haben einen lustigen Abend miteinander verbracht.

Wer bin ich?

Am nächsten Tag ging es für uns Richtung Shebenik-Jabllanice Nationalpark. Dort, so hatten wir in einem Artikel gelesen, würde man von Einheimischen in die Berge geführt und könnte mit etwas Glück einige seltene Tiere sehen. Für die 230 km braucht man locker zwei Tage, die letzten 30 km zum Park sind eine grauslige Schotter-Löcher-Piste. Oben angekommen, fanden wir uns erstmal vorm nagelneuen, leider geschlossenen Visitor Center ein. Im Restaurant nebenan versuchten wir, mit Händen und Füßen und meinen begrenzten illustratorischen Fähigkeiten den Trip in die Berge zu organisieren. Das war zwar ganz lustig, aber erfolglos – immerhin konnten wir für 19 Uhr ein Abendbrot bestellen. Naja!
Später war das Visitor Center geöffnet und wir konnten uns einen Überblick über die Möglichkeiten der Region verschaffen, jedoch boten die eingesetzten Ranger außer Informationen keine Wanderungen in die Berge an. Etwas frustriert verspeisten wir ein fürstliches Mahl – zum Magenräumen bekam Olaf selbstverständlich einen hausgemachten Raki hingestellt, und für mich gab es ein Bonbon. Na Danke schön! Diese Erfahrung hatten wir bereits einige Male zuvor gemacht, aber hier hat mein entgeisterter Gesichtsausdruck wohl Bände gesprochen und ich durfte auch in den Genuss eines wönzigen Schlöckchens kommen.

Am nächsten Tag sind wir einfach selbst auf eine kleine, nette Wanderung aufgebrochen. Wir sind uns einig: Der Aufwand, sich zu dem Nationalpark hinzukämpfen, lohnt sich definitv nicht! Danach reichte es uns erstmal mit Bergen und Staub und wir sind Richtung Küste aufgebrochen.

Dafür hatten wir in Vlore einen der schönsten Stellplätze überhaupt. Der Strand ist komplett befahrbar und man steht in einer Bucht direkt am Meer. Uns erwartete ein sensationeller Sonnenuntergang, bizarre Sandformationen und eine große Ziegenherde, die morgens und abends am Auto langmarschiert. Man könnte meinen, dass sich das niemand entgehen lässt, aber die paar Tagesgäste fahren abends heim und nur eine Handvoll Autos bleibt am Strand stehen. Ein Traum!

In Vlore am Strand

Über den tollen Llogara Pass ging es nach einem kurzen Wiedersehen mit Corinna und Moritz am überlaufenen Schickimickistrand von Drimadhe zum Highlight der Albanienreise:

Ein grandioses Offroad Abenteuer führte uns durch das Flussbett des Kuç Flusses mit kristallklarem Wasser, den Pass hinauf auf das Lekdush Plateau und an einem gigantischen Canyon wieder bergab.
Schon die Fahrt zum Startpunkt der Route ging über 2,5 Stunden Schotterpiste. Am Fluss angekommen, mussten wir einige Mal queren und konnten die Füße im eiskalten Wasser abkühlen – bei über 40 Grad ein besonderes Vergnügen! Am Ende des Flussbetts legten wir eine Pause ein und konnten unerwartet einer albanischen Familie ihr Auto aus dem Fluss ziehen. Danach war es zu spät zum Weiterfahren und wir verbrachten die Nacht mitten im Kurvelesh Tal in totaler Stille und Einsamkeit. Ein Wahnsinn!!

Am nächsten Tag wurden wir durch die obligatorische Ziegenherde geweckt und haben uns in aller Ruhe den Pass hinaufgeschraubt bis auf das Lekdush Plateau, von wo aus wir den Blick über das gesamte Tal genießen konnten. Weiter ging es am Canyon entlang, bis wir irgendwann die Zivilisation wieder erreicht hatten. Eine unglaubliche Tour mit phantastischen Eindrücken in einer atemberaubend schönen Landschaft!

Völlig verstaubt purzelten wir vom Berg zum Camping in Gjirokastra und haben erstmal die Spuren unseres Ausflugs beseitigt. Ein Besuch in Gjirokastra am nächsten Tag war die letzte Station unserer schönen Albanienreise – ein Land, das wir definitiv noch einmal ausführlicher entdecken werden!

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